Clubmeisterschaft 2017 Engelberg/Zugerberg

Am 7. Juli (Engelberg) und 22. Juli (Zugerberg) trafen sich insgesamt 16 Clubmitglieder zur diesjährigen Clubmeisterschaft.
 

Das Wetter war an beiden Tagen nicht Optimal. Am ersten Samstag etwas Windig (W) und am zweiten Tag machte vor allem eine Inversion auf etwa 1300m die Aufgabe schwierig.

Task 1 Engelberg:

Wir trafen uns ab 11:00 Uhr in der Bruni Hütte. Da es am oberen Startplatz nach viel Betrieb aussah, entschieden wir kurzfristig zum unteren Startplatz zu gehen. Dies war ein Fehler, da der untere Startplatz offenbar bei Westwind von schräg hinten überspült wird. Zudem waren erste grössere Abschattungen aufgezogen, welche zusätzlich die Thermik abschwächten und so dem Wind mehr Platz liessen. Alfredo Studer startete als erster, konnte sich aber nicht lange in der Luft halten und musste den Landeplatz ansteuern. Der Wind am unteren Startplatz wurde nicht besser und nach längerer Wartezeit gaben die erst auf und fuhren mit der Bahn wieder runter. Alfredo Studer fuhr dagegen mit der nächsten Bahn wieder hoch. Die Abschattungen hatten sich in der Zwischenzeit verzogen und Urs und Alfredo starteten und fanden etwas weiter aussen die vom Wind etwas versetzte Thermik und drehten mühelos auf. Urs konnte die erste Boje (Führenalp) fast mit Kurbeln erreichen weil er sich mit dem Wind und der Thermik versetzen liess. Alfredo flog direkter und kam früher dafür aber viel tiefer zurück an den Hahnen, wo er nach hinten in den Kessel flog um da einen Bart zu finden.
Urs überholte ihn in der Zwischenzeit höher und weiter im Tal draussen und flog Richtung Startplatz und Richtung zweiter Boje. Er hatte aber starkes Sinken und flog praktisch wieder auf Startplatzhöhe über das Bruni. Alfredo konnte unterdessen bis 3000m aufdrehen und verliess dann den Bart, da weiter oben immer stärkerer Wind war und er weitere Höhe eh nicht in Vorwärtsstrecke hätte umsetzen können. Im Gleitflug und mit gedrücktem Speedsystem durchflog er die Abwindgebiete und konnte nun seinerseits höher als Urs, direkt Richtung zweiter Boje fliegen. Rund 1km vor dem Wendepunkt war der Abwind vorbei und er flog wieder in ruhiger und labiler Luft. Der Rest des Tasks war dann einfach abzufliegen und Alfredo landete lange vor dem später eintreffenden Regen in Engelberg.
Die Verhältnisse waren sicher anspruchsvoll und es ist uns lieber wenn Leute nicht starten wenn sie sich nicht sicher fühlen. Der untere Startplatz war dabei definitiv eine schlechte Wahl und ein Wechsel zum anderen Starplatz wäre für alle angesagt gewesen.

Task 2 Zugerberg:

Am Morgen konnte man feststellen, dass das Wetter schlechter als prognostiziert war. Vor allem sah man sofort, dass länger und mehr Regen in der Nacht gefallen war und somit keine Eile angesagt war. Die Startzeit wurde zweimal verlängert um eine genügende Thermikentwicklung abzuwarten. Viele Teilnehmer konnten aber nicht rechtzeitig vom Modus „rumhängen“ auf „jetzt fliegts!“ umschalten und verschliefen den optimalen Startzeitpunkt. Auch haben einige die sich nicht rechtzeitig parat gemacht hatten nicht genügend Zeit um die Thermik Zyklen abzuwarten und starteten neben den Zyklen und wurden mit direktem absaufen nach dem Start hart bestraft. Die Thermik war mässig und eine Inversion um 1300m stoppte die meisten Bärte. Eine kleine Gruppe flog Richtung Wildspitz und verteilte sich über die Hochebene. Jedoch wurde es immer schlechter je näher sie an die erste Boje (Rufiberg) kamen. Irgendwann merken sie, dass die vermeintliche Boje Rufiberg eigentlich der Startplatz Gnipen ganz oben und nicht wie gedacht der untere Startplatz Rufiberg war. André, Rolli, Urs und Alex flogen die ganze Bergflanke rauf und runter und fanden einfach keine Thermik welche die Inversion durchbrechen konnte. Alfredo fand einen engen Leebart welcher genügend Wärme gespeichert hatte und ihn durch die Inversion nach oben brachte. Über dem Gipfel konnte er locker den Zylinder nehmen und Richtung Mythen fliegen. Der nun einfliessende NW Wind überspülte aber vom Ägerisee her die nächste Krete und so spülte es ihn tief über Rickenbach hinunter. Es galt nun eine Windgeschützte Stelle mit Thermik zu finden, zudem war damit zu rechnen dass eine allfällige Thermik wiederum sehr Zyklisch sein würde und es neben der Thermik zügig runter geht. Somit wusste er, dass er schnell handeln muss wenn sich die Situation verändert. Tatsächlich fand er eine brauchbare Thermik und konnte sich langsam hocharbeiten. Leider war der Zyklus aber zu Ende bevor er genügend Höhe hatte um am Mythen aufsoaren zu können. So musste er sich erneut ein Stück runterspülen lassen und eine neue Thermik finden. Schliesslich konnte er dann an die Wand vom Mythen fliegen und da die Inversion erneut durchbrechen. Über der Inversion fand er gute Thermik und konnte auf 2500m aufdrehen. Der Rest war fast nur ein Gleitflug und er konnte entspannt zurücklehnen. Zurück über dem Startplatz erwischte er erneut das Ende eines Zyklus und wurde runtergespült bevor er Toplanden konnte. Mit der gemachten Erfahrung vom Tag, wusste er aber dass es unten labil war und er nur die richtige Thermik finden musste. Diese stand dann auch beim Hotschi Ming Pfad und er konnte erneut über den Startplatz aufdrehen und Top landen. Wie sich später herausstellen sollte war er auch heute der einzige der das Ziel erreichte. Ja sogar der einzige welcher die erste Boje holen konnte.

Zusammenfassung:

Die Verhältnisse an beiden Tagen waren nicht einfach. Mit guter Konzentration, guter Beobachtung von Wind und Wetter sowie angepasster Taktik und richtiger Wahl des Startzeitpunktes und Startplatzes, hätte aber an beiden Tagen ein guter Streckenflugpilot die Strecke abfliegen können. Am Zugerberg zum Beispiel flog Joe Staub unseren Task mit einem Nova Mentor 4 ab und landete danach in Steinhausen.
Für das nächste Jahr hoffen wir auf bessere Bedingungen und versuchen einfachere Aufgaben zu machen. Trotz allem sind wir mit der aktiven Beteiligung von vielen Clubmitgliedern an diesem Anlass zufrieden und erinnern daran, dass das gemeinsame Fliegen und Erleben im Vordergrund stehen und freuen uns auf die nächste Meisterschaft.

Gesamtrangliste nach 2 Tasks:

1.  Alfredo Studer                 297 Punkte

2.  Urs Nadler                       46 Punkte

3.  Alessandro Malatesta           25 Punkte
 


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