Clubmeisterschaft 2018 Fanas

PARAnoia Clubmeisterschaften vom Samstag 09.06.2018 und Sonntag 10.06.2018
Wie so oft dieses Jahr, sind die Wetterprognosen genau für das Wochenende recht gut. Da auf Sonntag von Westen feuchtere Luft angesagt ist, wählen wir Fanas als Austragungsort 2018.
Am Samstag sitzen wir um 11 alle auf der Terrasse des Restaurants und besprechen den Tag. Eile ist keine gegeben, da mit nordöstlichen Höhenwinden die Wolken die ganzen Südhänge abschatten und so die Thermikbildung sehr verzögert wird. Der Task ist grob gesagt: Eggli, Madrisa, Vilan, Hörnli. Ab 11.40 ist der Start offen und ab 12:15 der Startzylinder. Die Mehrheit ist aber mit der vorhandenen Höhe um 12:15 nicht so Glücklich und wartet noch etwas mit der Querung zum Stelserberg. Urs Nadler kümmert dies wenig und er fliegt recht tief rüber. Die anderen folgen einer nach dem anderen. Die Thermik ist sehr Zyklisch und stark zerrissen. Alle versuchen irgendwie hoch zu kommen und einige fliegen tief weiter um ihr Glück an anderer Stelle zu finden. Am besten  gelingt dies Urs Nadler der den ganzen Task zuvorderst fliegt und die meisten Leadingpunkte bekommt. Die Meisten kommen nicht genügend Hoch und müssen ohne viele km landen gehen. Alfredo kann ganz am Schluss noch zu Urs aufschliessen und so sind nur zwei Piloten im Ziel.
Am Sonntag sieht es trotz ein wenig nächtlichem Regen deutlich besser aus. Die Sonne scheint in die Südosthänge und schon bald ist ein erster Schirm an der Basis auszumachen. Der heutige Task ist sehr ähnlich zum Vortag. Oben einfach bis zur Fergenhütte und dafür unten nur bis zurück nach Fanas. Obschon die Thermik besser ist als gestern ist es dennoch schwieriger als üblich und neben der Thermik ist starkes Sinken anzutreffen. Nur Alfredo kann sich vor dem Start ganz oben an der Basis halten. Alle anderen sind deutlich tiefer. Diesen Vorsprung baut Alfredo kontinuierlich aus und fliegt den ganzen Task mit immer grösserem Vorsprung vorneweg. Aber auch die anderen Clubmitglieder schaffen den Anschluss am Stelserberg und fliegen in Gruppen zusammen den Task bis ins Goal. Alle Piloten erreichen heute das Ziel und haben einen anspruchsvollen, spannenden und auch schönen Flug gemeistert. Schade, dass Urs Nadler der Sieger vom ersten Tag nicht dabei sein konnte.
Das Podium nach zwei Läufen ist:


1.  Alfredo Studer                 1623 Punkte

2.  Alessandro Malatesta           918 Punkte

3.  Marcel Bucher                   790 Punkte
 

Erfahrungsbericht von Marcel Bucher:

Task 1: Fanas, 9.6.18
Heute steht eine weitere Ausgabe der PARAnoia Clubmeisterschaft an. Alfredo hat uns für Samstag und Sonntag zwei Gondeln in Fanas reserviert, damit wir das Prätigau rocken können. Fast ein Dutzend PARAnoianer (PARAnoiker? PARAneuer? PARAnoias?) folgen dem Aufruf in mehreren Fahrgemeinschaften. Ich nehme André mit, der heute aber lieber auf Strecke gehen will, als sich mit uns in der Luft zu prügeln.

Bald sind wir alle oben im Bergrestaurant Sassauna und gehen den Task durch, den Alfredo uns vorgängig schon geschickt hatte.

Randnotiz: So stirbt die vielgeliebte Tradition des chaotischen Bojen-und-Task Eingabegaudis der PARAnoia CM's. Zum Glück gibt's immer noch einige Traditionalisten, die auf modernes Zeugs wie Barcode-Task-Transfers pfeifen und die Museumsgeräte weiter pflegen :-)

Leider verspricht die doch sehr feuchtlabile Atmosphäre nicht die besten Flugbedingungen, und der geplante Task wird von Roli und Alfredo etwas verkürzt: Statt Fanas - Fergenütte - Vilan ist der Wendepunkt nun auf der Höhe von Klosters.
Tatsächlich wird's heute zäh: Schon beim Start bläst der Wind komisch über den Sassauna und einige zweifeln beim nachfolgendem Konturenflug an ihrem Flügel. Gekämpft werden muss schon beim Aufdrehen über dem Höreli - nix ist mit viel Starthöhe für den Task.

Ich bin optimistisch und zahle dafür mit einer Viertelstunde rumgurken an der Ostkante - der Fels dort heisst poetischer Weise "Chratz".

Die niedrige Basis fordert denn auch ihre Opfer. Einige soaren sich schnell mal runter und müssen sich geschlagen geben, andere geben noch nicht auf: Roli wehrt sich mit allen Mitteln im Talwind am Gegenhang und kennt jetzt bestimmt jedes Maiensäss zwischen Jenaz und Fideris.

Während Schufi, Urs H, Alfredo, Alex, Alessandro und ich beim Stelser die Eichhörnchen belästigen, ist Urs N tief weiter und kämpft sich aus dem Lee von Pany langsam weiter bis zur Madrisa. Obwohl er zwei Kilometer zu weit fliegt, kann er den Laufsieg knapp vor dem aufholenden Alfredo schön hoch ins trockene fliegen.

Ich habe nach einer Stunde Arbeit und 600 gewonnen Metern genug vom rumsoaren und probiere mich durch den Sink über Pany zu mogeln. Leider komme ich zu tief auf der anderen Seite an und die grossflächige Abschattung zwingt mich schliesslich in Saas zu landen.

Alessandro und Alex machen es besser: nach einer weiteren halben Stunde sind sie hoch genug um die Boje in Klosters zu holen. Während Alex dort landet schafft es Alessandro immerhin bis Jenaz zurück und sichert sich den dritten Platz im Task.

Am späteren Nachmittag finden die meisten zurück zum Landebier (oder Most) beim Bahnhof Schiers, wo die abgesoffenen über die Thermikgötter lästern. Morgen sieht's bestimmt besser aus, oder?

(Die aus dem Engadin eingeflogenen Engländer, denen wir spontan auf ihrem Reiseabenteuer zur Seite stehen, sind anderer Meinung und machen sich davon nach Fiesch.)

André hat übrigens seinen Plan in die Tat umgesetzt und ist über die Churfirsten bis ins Toggenburg geflogen.

Am Abend geniesse ich zusammen mit Urs und Alessandro Gastrecht bei Roli in Davos. Wie immer diskutieren wir über Gott und die Welt (Cycles!) und geniessen neben guter Pizza und Wein auch die bequeme Anreise für den zweiten Task am Sonntag.
 

Task 2: Fanas, 10.6.18

Jawohl, besseres Wetter! (Roli wollte sogar fliegend von Davos zum Start nach Fanas gelangen :)

Die Wolken stehen schon früh recht hoch, oben ist viel Südwest drin, aber es sieht immer noch gut aus. Heute wollen wir die Fergenhütte von oben sehen, dafür zurück nur bis Fanas LP, weil es gegen Abend vielleicht überentwickelt.

Wir starten bei den Hütten unter dem Restaurant und in Kürze spielen die meisten Versteckis um die Wolkenfetzen der noch nicht allzu hohen Basis. Zum Taskbeginn können fast alle auf komfortablen 2400m abfliegen, einige Nachzügler kommen etwas später. Ausser Alfredo, der fliegt irgendwie 300m höher los und ist ab da allen eine Viertelstunde voraus.
Der Stelser geht heute dank höherer Ankunft auch gut. Roli und ich drehen den engen Schlauch Stabi an Stabi im Duett aus und freuen uns wie kleine Kinder.
Über dem Chrütz zahlt sich etwas Geduld aus, denn die höhere Ankunft im Kessel am Saaser Calanda hilft enorm. Roli hat sich verpokert und muss tief zurück, um mit Schufi nochmals Anlauf zu holen. Marco, Alessandro, Alex und ich finden den Leeschlauch hinter der Madrisa, während Urs H die tiefe Linie probiert und sich über Klosters wieder hocharbeiten muss. Gleichzeitig ist Alfredo schon auf dem Rückweg und holt sich den Laufsieg.

Ich erwische den besten Bart und kann dank sehr hoher Linie zur Fergenhütte und zurück einige Minuten Vorsprung rausholen.

Eigentlich hatte ich nicht erwartet, den Rückweg gegen den doch spürbaren West- und Talwind zu schaffen, aber dank Basis auf inzwischen über 3000m geht es einfacher als gedacht. So erwartet mich Wolkensurfen vom Feinsten, einen brutal ruppigen Schlauch über dem Kreuz - ich werde durchgekaut und ausgespuckt - und einen Vollgasrückflug mit viel Höhe ins Goal bei Fanas, wo ich als zweiter ankomme.

Innerhalb einer Viertelstunde rauschen dann auch alle anderen nacheinander ins Ziel. Alle schaffen den Task, Hammer!

Zum Weiterfliegen - man hätte streckenflugmässig ja noch an die Churfirsten gekonnt - kann sich niemand entschliessen. Zu bedrohlich sehen die Wolken im Westen schon aus.

Die meisten landen in Schiers, und nach dem Packen und Wagen holen treffen wir uns in einem - seltsamen? - Restaurant. Die Bedienung ist zahlreich, unorganisiert und macht viele Kilometer für wenig Service. Ob die auch einen OLC haben?

Es war auf jeden Fall ein lässiges Wochenende mit mindestens einem Superflug für jeden.

Vielen Dank fürs Organisieren, Tasksetting, Meteo und Unterkunft an Alfredo und Roli!

Marcel, Juni 2018

PS: Yeah, Bronze geholt!


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