Drachen, Zugvögel, Geier und Adler

PARAnoia Flugwoche Fiesch erster Teil 28. Juli – 1.August 2007.
Am Samstag Abend treffen Gipsy und ich die illustere Gruppe von PARAnoianern in Fiesch im Garten des Hotel Park. Wir sind wegen des starken Westwindes erst am späten Nachmittag angereist. Die Gruppe der Flugbegeisterten erzählt uns dass im Talkessel von Fiesch fliegbare Bedingungen geherrscht hätten und etliche Clubmitglieder in der Luft gewesen seien.

Sonntag bewölkt und relativ windig. Gipsy und ich beschliessen den Tag in Ulrichen auf dem Flugplatz mit Skaten; Velofahren, Kiten und Essen zu verbringen. Dann die selbe Prozedur wie am Vorabend nur diesmal im Restaurant Walliserkanne. Stundenlanges fliegen unter geschlossener Wolkenschicht wurde von unserem Präsi zelebriert. Alle hatten einen schönen Tag und beschliessen deshalb nach Hause zu fahren. Übrig bleiben Richi Rauch; Gipsy und der Schreiberling.

Montag strahlend schön mit kleinen Windboen von 80km/h. Richi beschliesst, sich die Grimselschlange anzusehen. Abends erzählt er uns, dass er einen Regen und Nebel speienden Drachen vorgefunden habe. Da hatten Gipsy und ich mehr Glück weil wir auf den Spuren der Stockalper in der Sonne zwischen Brig und Gondo wandelten.
Dienstag schön mit wenigen Thermikwolken und (einwenig) Nordwind Tendenz. Die Zugvögel der PARAnoias treffen von Norden her wieder in Fiesch ein. Bald befindet sich diese Gattung ohne Federn aber mit bunten Tüchern in der Luft. Bei Münster hatte ich genug mit der Thermik und dem Wind gekämpft und versuchte mich auf der Südseite des Obergoms. Wohl zeitlich etwas zu früh um wirklich brauchbare Thermik zu finden. Der Walliserteller im Restaurant Drei Tannen in Niederwald war aber etwas für's Gemüt. Thuri beschloss sich derweil mit dem Drachen an der Grimsel anzulegen. Vier Frontrosetten und eine frühe Landung in Gluringen waren das Resultat. Zudem gestand mir Thuri, dass es Ihm fast etwas Furcht eingeflösst habe. Dies alles entlockte Richi, der sich auch tapfer nochmals dem Drachen stellte, nur ein müdes Lächeln und ein klares Dementi der Geschehnisse. Die Wahrheit kennt nur der Wind.

Mittwoch 1. August 2007 strahlend schön keine Wolke am Himmel, kein Wind und (fast) keine Thermik. Nach meinem Start dümple ich langsam in den Thermikblasen bis zum Fieschertal. Viele Schirme kreisen 50 m über mir. Glückspilz der ich bin, finde ich einen guten "Schlauch". Wie die Geier stürzen sich die andern auf mich. Auf 2600müM verlasse ich das kreisende Geschwader. Anscheinend haben Sie mich als Leitvogel akzeptiert und sieben "Geier" folgen mir. In Bellwald verabschieden sich jedoch vier davon freundlich mit den Flügeln schlagend vom Rest der Herde. Da ich die Tage zuvor ausgeruht habe wähle ich die arbeitsintensive Variante im Goms, von Gale zu Gale immer an der Waldgrenze. In Ulrichen weist mir ein gut entwickeltes Exemplar eines Steinadlers den Weg zur Thermik, welche mich hübsch sportlich bis auf 3000müM trägt. Nun gut mit dieser Höhe sollte der Rückbringer nach Fiesch gewährleistet sein. Mit Sinkwerten bis 6m/sec wird diese Theorie jedoch Adabsurdum geführt. Zwei Galen weiter benötige ich nochmals die Hilfe des Adlers der sich durch meine Kreise kaum gestört zeigt. Mein Fazit lieber unter Adlern als unter Geiern kreisen. Nach drei Stunden lande ich müde aber glücklich in Fiesch. Viele PARAnoianer verabschieden sich von mir und ziehen ihres Weges nach Norden. So auch Gipsy und ich. Ein kurzer stopp bei Baschi um den Flüssigkeitsstand im Körper auf Normalwerte zu bringen und weiter geht's nach Hause zur 1. August Bratwurst und Bier.

Bin gespannt wer den zweiten Teil der Woche mit viel PARAnoia Latein kommentiert.

Happy landing
Willi


PARAnoia

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