PARAnoia in der Toscana 2007

PARAnoia fährt wieder mal in den Süden! Genossen wir letztes Jahr im November noch Monaco, wollten wir dieses Mal Bassano kennen lernen. Leider war aber auf heute sehr starker Nordwind prognostiziert, und so musste Adrian am Donnerstag noch eine Nachtschicht am Internet und am Telefon einlegen um alternative Fluggebiete weiter im Süden auszubaldowern.

Dies gelang ihm zum Glück, und so sind Iris, Marcel H., Lukas, Adrian, Schufi und ich (Marcel B.) am frühen Samstagmorgen unterwegs durch die Poebene in die Toscana.

 Unser Ziel ist ein kleines Fluggebiet namens Diecimo bei Lucca, unweit von Pisa.
Den Landeplatz in Diecimo finden wir nach einigem hin und her, und die antelefonierten Locals sind auch vor Ort. Dies erweist sich als Glücksfall, denn den Startplatz hätten wir ohne sie bestimmt nicht gefunden! Nach der Auffahrt ist es natürlich der private Weg mit Verbotsschild, gesäumt von dutzenden von Jägern und einer toten Wildsau, der zu nehmen ist.

Oben ist aber der Wind aber zu stark und zu böig. Durch die Thermik wird der Nordwind heruntergemischt und verursacht ziemliche Leeturbulenzen. Der Fluglehrer mit Akroschirm warnt uns vor dem 'Casino' in der Luft. Das längere Warten lohnt sich aber, denn sobald die Sonne untergegangen ist, beruhigt sich die Atmosphäre und die Flugschüler starten (manche durchaus spektakulär :-) .

Während Iris und Marcel der Sache nicht so ganz trauen, können wir anderen vier einen Flug machen. Wie ich als letzter lande, ist es dann schon sehr dunkel. Meine Sonnenbrille hilft dabei auch nicht gerade, den Landeplatz noch zu finden...

In Lucca - einem wunderschönen, mittelalterlichen Städtchen - finden wir ein Hotel unweit der Altstadt. Die Suche nach einem Restaurant in der selbigen gestaltet sich dann aber schwieriger. Trotz Nachsaison ist alles voll, und erst als sich unser Hunger schon lautstark bemerkbar macht, hat ein Lokal ein Einsehen. Das gebotene Wildschweinragout ist dafür aber auch erstklassig!

So 11.Nov
Der Blick aus dem Fenster verheisst nichts Gutes: tiefhängende Wolken lassen uns an der Fliegbarkeit zweifeln. Nichtsdestotrotz versuchen wir es bei San Giuliano Terme, dem letzten Hügel vor der Ebene zum Meer. Käme der Wind nicht von hinten, könnten wir hier vom Teppichstartplatz aus sicher toll fliegen!
In der Ebene erkennen wir Pisa und beschliessen, uns etwas Kultur zu gönnen. Tatsächlich ist der bekannte schiefe Turm in der Wirklichkeit noch viel eindrücklicher als auf den Fotos, und die Kathedrale nebenan mindestens ebenso.

Mit Pizza, Marktbesuch, gutem Essen und einem Schlummi auf der Mauerbar in Lucca beschliessen wir den Tag und hoffen auf besseres Wetter für morgen.

Mo 12.Nov
Endlich blauer Himmel! Diesmal sind wir ganz alleine in Diecimo. Während Schufi, Lukas, Adrian und ich gut wegkommen und in der Thermik aufdrehen können, hat Iris einen Fehlstart - dank Helm geht's glimpflich aus! - und muss mit Marcel nachher lange auf besseren Wind warten.
Schufi versucht sich an der ersten Querung, während ich vom Wind versetzt mitten im Tal neben den Wolken Höhe machen kann, und von oben beobachte, wie er sich wieder zu mir hoch kämpft. Die ersten zwei Kreten gehen gut, bei der dritten grase ich dann lange den Hügel und die Ruinen ab, bis es von 400m wieder etwas rauf geht. Schufi kommt auch und wir beschliessen, nach Lucca zu fliegen.
Leider stehen wir in der Ebene sofort im kräftigen Gegenwind. Während ich auf der 'sicheren Seite' des Hügels bei den Pferden lande, kann Schufi noch etwas aufsoaren und gleitet gegen die Stadt aus. Er kommt aber nur bis zum Fluss und landet auf der falschen Seite - genau zwischen zwei weit auseinanderliegenden Brücken :-) Auf meinem Weg mit dem Bus in die Innenstadt kann ich dann bewundern, wie sich unser wackerer Wandersmann mit grossem Pack durch den Verkehr schlägt.
Einige Bier und eine Dusche später treffen dann auch die anderen wieder aus Diecimo ein und wir sehen einem weiteren hervorragenden Essen entgegen. Marcel ist dann bei der Rechnung ein wenig überrascht, wie viel sein nach Gewicht abgerechnetes 800g Steak kostet...

Di 13.Nov
Iris und Marcel reisen heute morgen schon zurück. Vorher gibt's aber bei stahlblauem Himmel und kühler Temperatur eine kleine Stadttour, für einmal bei Tageslicht. Wir geniessen das Toscana-Leben auf der Piazza, machen auf Turi und kaufen Mitbringsel.
Später, beim Startplatz San Giuliano Terme erwartet uns leider wieder Rückenwind. Also erneut rauf nach Diecimo. Dort ist inzwischen alles abgeschattet, aber zwei Gleitschirme sind am Soaren. Nichts wie rauf, ausgelegt und raus!
Es erwartet uns eine Stunde Soaren in kalter Luft, inklusive Toplanden und Touch&Go. Dann stellt es ab und einer nach dem anderen geht landen.
Hmm, wenn wir eh nochmals rauf müssen, um Adrians Wagen zu holen, dann könnten doch zwei nochmals fliegen! Aber nur, wenn wir zu viert mit Ausrüstung in Schufis Karre passen... Mit viel Gewürge und offener Heckklappe schaffen wir das, und Lukas darf Tycoon fliegen, während ich seinen Ra in die Lüfte dirigiere. Fliegt sich schön, das Teil: Flach drehen ist echt einfach damit! Ist dafür ein Zacken weniger dynamisch als mein Tattoo.

Wieder geniessen wir ein gutes Nachtessen. So viel Fleisch haben wir schon lange nicht mehr reingedrückt!

Mi 14.Nov
Regen! Na ja, das macht uns die Entscheidung leichter, auf dem Heimweg sofort Richtung Norden zu fahren. Schon bald befinden wir uns wieder unter blauem Himmel und hegen die Hoffnung, bei Genua nochmals in die Luft zu kommen. Die antelefonierten Locals raten uns aber deutlich davon ab, bei Nord hier zu fliegen. Die abgeschliffene Wolke auf dem weiteren Weg gibt ihnen ebenso deutlich recht...
So gerne Schufi es noch bei Bergamo oder im Tessin probiert hätte: Es hat überall viel zu viel Nordwind, und so lassen wir es bei einem Kaffeehalt in der Sonne von Lugano bewenden, bevor wir uns endgültig dem Schneegestöber auf der kalten Nordseite der Alpen ergeben.

Es tat gut, dem Wintereinbruch bei uns nochmals einige Tage in die herbstliche Toscana zu entfliehen. Die meisten konnten einige schöne Flüge verbuchen, und gut gegessen haben alle!
Vielen Dank Adrian für die perfekte Organisation.

Marcel B


PARAnoia

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