PARAnoia Clubmeisterschaft 2012

Am Samstag 23.6.2012 treffen wir uns zum ersten Lauf der Clubmeisterschaft in Engelberg.
Da die Restfeuchtigkeit noch gross ist müssen wir uns nicht beeilen. Wir setzten uns im Ristis auf die Terrasse und bestellen Kaffee und Gipfel. Da viele Piloten ihre GPS nicht so gut kennen wie dies zum Wettkampffliegen nötig ist, können wir die Zeit mit ergiebigem Training der Geräte nutzen. Die meisten haben danach die nötigen Bojen auf ihren Geräten und können den Task als Route speichern und aktivieren! Und so gehen wir alle glücklich nach Hause.
Ach nein! Da habe ich doch noch was vergessen...Jetzt fängt es ja erst an!


Da es vermutlich schwieriger als erwartet wird sich beim Brunni halten zu können, ändern wir die Startboje auf Büelen und setzen den Start der Speedsection auf 14:15 Wir machen uns am Startplatz Brunni West bereit und Roland Herzog startet als erster und kann schon bald eine enge Thermik zentrieren. So kommt sofort Stimmung auf und auch die Leute die noch abwartend da standen machen sich bereit. Wir starten alle und fliegen in Gruppen und auf unterschiedlichen Routen zur Büelen. Dies macht durchaus Sinn, denn die Verhältnisse sind wechselhaft und man kann nicht einfach drauflos fliegen. Die Thermik ist mal hier mal dort, und die Basis liegt bei den höheren Gipfeln auf. Wer nicht schon am Anfang gut aufpasst wird bestraft und muss schon früh landen gehen… Vom Start geht es zum Gummen und gleich wieder zurück zur Büelen. Wir sind ein kleiner Pulk und fliegen einigermassen zusammen. Ich achte mich möglichst hoch zu bleiben, da es über den Kreten deutlich besser steigt als im Hang unterhalb. Einen Moment überlege ich mir von der Büelen direkt die Querung zum Haldigrat anzufliegen. Da es aber auf der anderen Talseite auch eher harzig ausschaut zwinge ich mich meine Taktik beizubehalten und noch einmal am Hörnli maximale Höhe zu machen. Erst im Ziel erfahre ich, dass Adrian genau hier diese Querung wagt und prompt sehr viel Zeit verliert um sich von tief unten wieder hoch zu kämpfen. Urs folgt meinem Beispiel und quert mit mir zum Haldigrat. Dabei kommt er aber die entscheidenden Meter tiefer an als ich und benötigt auch deutlich länger um hier hoch zu kommen. Ich mache zuerst bei der Brändlen in einem engen versetzten Bart etwas Höhe und flieg mit einem kräftigen Spülgang in den Kessel beim Haldigrat Südhang. Dort steht eine ruppige Leethermik die mich mit sattem Steigen zur Basis schiesst. Ich muss etwas um die Wolken fliegen um den Wendepunkt anzufliegen und kann mit Rückenwind und Basis die Querung in Richtung Walenstöcke in Angriff nehmen. Auf dem Weg dorthin überhole ich Turi und frage mich ob noch mehr Piloten vor mir sind die ich nicht gesehen habe? Es ist schwierig für mich zu erkennen wer denn nun beim Task mitfliegt und wer nicht. Von vielen Kameraden kenne ich den Schirm nicht und im Gegensatz zum PWC sind sie auch nicht an den Speedarms und Schirmen zu erkennen… Na jedenfalls läuft es jetzt gerade sehr gut und die Thermik hat gerade eine gute Phase und so sage ich mir einfach dass alle vor mir zu überholen sind und gebe Stoff. Ich drehe über Brunniswald noch einmal auf und kann danach direkt über den Startplatz und Richtung Hahnen fliegen. Der Standardschlauch bei der Brunni steht weit im Tal draussen und ich mache lediglich einen Kreis um zu schauen wo die anderen sind. Dann gleite ich den Rest bis zur Fürenalp und ins Ziel ohne zu drehen ab und lasse den Flug gemütlich mit ein paar Kreisen über Engelberg ausklingen. Schon bald nach meiner Landung kommt auch Urs Herzog als zweiter ins Ziel und wir gratulieren uns gegenseitig. Adrian kann trotz seinem Hänger beim Haldigrat noch den 3. Platz für sich buchen mit weiteren 15 Minuten Vorsprung auf Daniel Wilhelm. Roland, Alex und Daniel Wirz haben eine deutlich schlechtere Phase erwischt als sie zur Fürenalp fliegen und müssen ohne den letzten Wendepunkt nur 4km vor dem Ziel landen. Als letzter kommt dann auch Niklaus Schwendner noch angeflogen von der Brunni und kommt fast direkt landen, da es ihn Richtung Hahnen nur so runterspühlt. Aber auch er schaft fast 80% des Tasks J.


Zum Abschluss des Tages gehen wir bei der Fluggruppe Titlis noch alle ein Bier trinken und eine Wurst vom Grill essen. So konnten wir den Tag wieder mit einer gemütlichen Runde ausklingen lassen und uns auf den nächsten Tag freuen.


Am Sonntag treffen wir uns in Walenstadt auf der Alp Schrina. Die Truppe ist heute noch einmal viel grösser geworden als gestern. Meine grosse Freude darüber wird schon bald durch die zahlreichen Unterstützungsbedürfnisse der neuen Piloten in Sachen Instrumentenbedienung getrübt… Aber irgendwie schaffen wir es dank den stabilen Verhältnissen noch vor dem Einsetzen der Thermik den Task einzugeben und den Start freizugeben. Da auch die Flugschule Hochbetrieb hat kommt schon fast richtige Wettkampfatmosphäre und Gedränge am Startplatz auf. Wir starten einer nach dem anderen zügig und können uns an der Felswand langsam hocharbeiten. Die Thermik ist schwach und zerrissen und nur nahe am Felsen brauchbar. So wird das Feld sehr schnell aufgeteilt und ich kann als einziger kurz vor dem Start bis auf etwa 1700m aufdrehen. Da die Abdeckungen und der Wind aber schnell zulegen nützt mir diese Höhe nichts und als wir 4-5 Piloten bei der ersten Boje vor dem Gonzen sind finden wir uns auf 1000m und es geht einfach nicht mehr hoch. Nach langem Suchen gleiten wir alle aus und landen sicher im starken Talwind.  Leider erfahren wir, dass Alex kurz nach dem Start verunglückt ist und schwer verletzt wurde. Wir wünschen dir alles Gute und vor allem gute Genesung Alex!

Den Task haben wir so natürlich nicht gewertet und somit bleibt die Wertung vom Samstag als Gesamtwertung stehen.

Hier die Ergebnisse:

Weitere Bilder findet ihr unter der Rubrik "Fotos".

Alfredo


PARAnoia

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