Pfingstfliegen 2014



Am Samstag bestellt uns Adrian bereits um 09:15 Uhr zur Talstation des Motta Naluns. Die Gleitsegelwetterprognose zeigt „grün“ und garantiert „schönes Fliegen“ bei sehr hoher Thermik! Um 10 Uhr starten die ersten Streckenjäger und zieren schon bald die Basis über dem Piz Minschun auf über 3'000 Meter. Adrian startet als erster von uns und bis um 11 Uhr sind auch Andreas, Dani, Jürg und Iris in der Luft. Wir drehen bis 3'400 Meter auf und fliegen Richtung Westen zum Piz Linard. Richtung Flüela Wisshorn wirkt die Thermik weniger geordnet und Dani und ich kehren wieder nach Scuol zurück. Jürg muss am Abend wieder zurück in Davos sein und fliegt über den Flüelapass bis zur Parsenn-Mittelstation. Das ist ein schönes Einfliegen am ersten Tag, immer zwischen 2'800 bis 3'600 Meter, wie komfortabel! Später werden wir erfahren, dass sich Adrian zu dieser Zeit am Ofenpass die Zähne ausbeisst und früher als geplant in Buffalora am Boden steht. Kurze Zeit später fliegen seine Nachfolger in grosser Höhe über die südwestlich ausgerichtete Krete Richtung Süden, Adrian war wohl etwas zu früh hier und der leichte Nordostwind gab der noch schwachen Thermik den Rest. Roland und Urs Herzog haben an diesem Tag mehr Glück, sie fliegen von Engelberg via Glarnerland und Prättigau bis nach Klosters und stossen pünktlich zum Nachtessen zu uns.

Den Sonntag markiert die Gleitsegelwetterprognose „blau“ (Hammertagchance) und verspricht „Chancen auf sehr guten, extrem hohen Sonntag“! Pünktlich zum Thermikstart stehen wir am Motta Naluns bereit und schmieden grosse Pläne. Die Basis ist wiederum schnell gemacht und ich fliege mit Dani Richtung Osten via Muttler, Piz Mundin über die Grenze nach Österreich ins Skigebiet von Fiss. Während ich hoch über der Krete beim Zwölferkopf weiterfliege kehrt Dani wieder nach Scuol zurück. Ich überlege zuerst einen Freund in Fliess zu besuchen, erachte die Hanglandung zur Mittagszeit aber nicht als gute Idee. Lieber gleite ich das Oberinntal von Prutz bis nach Tösens zurück und schaue mir die Schlucht bei Martina auch noch von unten an. Der heutige Tag war wirklich traumhaft! Rolli nutzte den Tag für ein flaches Dreieck Piz Linard-Samedan-Nauders mit Landung in Scuol. Urs schaffte ein grosses Dreieck Albula-Schluderns-Pfunds und landet wegen der inzwischen immer grösser werdenden Wolken westlich von Scuol beim Camping am Talboden. Adrian hat sich heute gegen den Ofenpass entschieden und fliegt ein grosses FAI-Dreieck Samedan-Schruns-Fiss. Während wir bereits die Menukarte studieren landet Adrian bei der Talstation in Scuol.

Der Pfingstmontag verspricht noch einmal ein guter Tag zu werden, wenn da nur nicht die frühen Überentwicklungen und Gewitter angesagt wären. Umso wichtiger ist ein früher Start! Die anfangs zähe Inversion hält unsere Streckenjäger aber zurück und lässt wertvolle Zeit verstreichen. Ab 11 Uhr geht’s dann wieder flott und ich erreiche kurze Zeit später 3'600 Meter über dem Piz Minschun. Den ursprünglichen Plan zur Querung ins Prättigau lasse ich sausen und geniesse noch einmal das schöne Unterengadin. Die Thermik geht über 4'000 Meter und die anfangs lieben Kumuli wachsen immer bedrohlicher, so dass ich mich für ein frühzeitiges Landen in Scuol entschliesse. Dort treffe ich auf Dani, welcher heute noch einmal in östliche Richtung und zurück zum Motorrad geflogen ist. Auf dem Heimweg ist Hochbetrieb auf unserer Chat-App „Line“. Rolli hat die Querung ins Prättigau geschafft und ist in Schiers gelandet. Auch Urs hat’s nach Nordwesten gezogen und er konnte zuletzt vom Falknis bis nach Walenstadt ausgleiten. Adrian ist via Albulapass nach Flims und über den Piz Segnas ins Sernftal geflogen. Dort hat er Jürg in Schwanden getroffen, welcher von Engelberg über den Klausenpass geflogen ist. Auch Karl war heute in dieser Gegend, er konnte von Flims über’s Glarnerland bis ins Zürichoberland nach hausen fliegen. Weitere tolle Flugerlebnisse werden im Laufe des Abends ausgetauscht und müssen auch von den zu hause Gebliebenen auf „Line“ und im X-Contest gelesen werden. Ja, wer über Pfingsten 2014 nicht fliegen konnte hat definitiv etwas verpasst! Ich wünsche mir, dass sich solches Wetter schon bald wiederholt – damit auch Ihr etwas davon nachholen könnt :-) Danke an Adrian für’s Organisieren des diesjährigen Pfingstfliegens, wir werden es in sehr guter Erinnerung behalten!

Andreas F
 


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